Inserat und Vermarktung
Weltweit, in Europa, in der Schweiz: Wie unterschiedlich die Suche schon an Google vorbeiläuft
Ob ein Gast seine Ferienwohnung über eine Suchmaschine oder einen KI-Chat findet, hängt stark davon ab, wo er lebt. Der Beitrag ordnet ein, wie weit diese Verschiebung weltweit, in Europa und in der Schweiz schon ist - mit den Zahlen, die dafür tatsächlich vorliegen.
Clavanza · 15. Oktober 2026 um 18:00 · 3 Minuten Lesezeit
Drei Mal dieselbe Frage, drei verschiedene Antworten
Jemand sucht eine Ferienwohnung für die nächsten Herbstferien. Früher hätte er dafür eine Suchmaschine geöffnet. Heute tippt er die Frage womöglich in einen KI-Chat - und bekommt eine fertige Antwort statt einer Liste mit Links. Wie oft das passiert, unterscheidet sich je nach Region erheblich. Das ist keine akademische Frage: Wer nicht weiss, wie weit diese Verschiebung in seinem Markt schon ist, kann auch nicht einschätzen, wie dringend die eigene Sichtbarkeit in KI-Antworten wird.
Weltweit: Google bleibt die Mehrheit, ist aber keine Selbstverständlichkeit mehr
Die weltweiten Zahlen hängen stark davon ab, was genau gezählt wird. Stützt man sich nur auf klassische Suchmaschinen, bleibt Google mit rund 90 % Marktanteil praktisch unangefochten, wie Statcounter-Daten von Januar 2026 zeigen. Zählt man dagegen alle digitalen Anfragen zusammen, egal ob sie an eine Suchmaschine oder einen KI-Chat gehen, verschiebt sich das Bild: Eine Auswertung von First Page Sage für das dritte Quartal 2026 kommt auf einen Anteil von rund 56 % für die klassische Google-Suche und rund 19 % für ChatGPT, der Rest entfällt auf andere Suchmaschinen und KI-Dienste wie Bing oder Gemini. Beide Zahlen sind gleichzeitig richtig, weil sie unterschiedliche Grundgesamtheiten messen - ein Hinweis darauf, wie vorsichtig man mit einzelnen Prozentzahlen zu diesem Thema umgehen sollte. Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass bis Ende 2026 rund ein Viertel des organischen Suchverkehrs zu KI-Assistenten und Chatbots abwandern könnte - eine Prognose, keine gemessene Grösse.
Europa: Generative KI ist im Alltag angekommen, die Suche ist nur ein Teil davon
Für Europa liegt bislang keine Zahl vor, die speziell den Anteil der Suchanfragen an KI-Chats misst. Die Europäische Kommission erhebt im Rahmen des Eurobarometers aber die allgemeine Nutzung generativer KI-Tools. Im «Special Eurobarometer Digital Decade 2026», befragt zwischen Februar und März 2026, nutzt mehr als die Hälfte der EU-Bürgerinnen und -Bürger generative KI-Werkzeuge: 59 % im Privatleben, 49 % im Beruf oder in der Ausbildung. Das ist eine breitere Kennzahl als «Suche statt Suchmaschine», zeigt aber, dass die Grundlage für eine Verschiebung in der Suche auch europaweit bereits vorhanden ist.
Schweiz: Fast jede zweite Chat-Nutzerin sucht schon ohne Google
Für die Schweiz gibt es eine Zahl, die näher an die Fragestellung herankommt. Laut einer repräsentativen Comparis-Umfrage vom März 2026 nutzen 76,1 % der erwachsenen Schweizer Bevölkerung mittlerweile KI-Chatbots wie ChatGPT, Google Gemini oder Perplexity - 2024 waren es erst 49,7 %, 2025 dann 62,4 %. Und unter jenen, die Chatbots bereits kennen, verwenden bereits 41,6 % sie anstelle einer klassischen Suchabfrage mit Google oder Bing; 2024 lag dieser Anteil noch bei 27,2 %. Die Umfrage zeigt zudem ein Gefälle innerhalb des Landes: Die Nutzung ist in der Romandie stärker verbreitet als in der Deutschschweiz.
Was die Unterschiede für deine Sichtbarkeit bedeuten
Die drei Zahlen lassen sich nicht einfach nebeneinanderlegen, weil sie unterschiedliche Dinge messen - globale Abfragen, allgemeine KI-Nutzung in Europa, Suchersatz in der Schweiz. Gemeinsam ist ihnen die Richtung: Der Anteil, der an Suchmaschinen vorbeiläuft, wächst überall, am sichtbarsten gerade in der Schweiz selbst. Für dich als Vermieterin heisst das nicht, dass du deine bisherige Online-Präsenz über Bord werfen musst. Es lohnt sich aber, bei Gelegenheit zu prüfen, ob die Beschreibung deiner Unterkunft auch dann verständlich bleibt, wenn sie nicht als Webseite gelesen, sondern von einem KI-Chat zusammengefasst wird: klare Fakten zu Lage, Ausstattung und Hausregeln, statt nur Stimmungsbilder. Das hilft unabhängig davon, über welchen Kanal ein Gast am Ende bei dir landet.
Quellen
- https://quickseo.ai/blog/chatgpt-vs-google-search-in-2026-market-share-user-data-what-it-means-for-seo
- https://firstpagesage.com/seo-blog/google-vs-chatgpt-market-share-report/
- https://www.reporteroutreach.com/blog/ai-search-statistics
- https://europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/3682
- https://www.comparis.ch/publikationen/mitteilungen/2026/04/bereits-drei-viertel-der-bevoelkerung-nutzen-ki-helfer-wie-chatgpt-co-